Free mp3: Franz Werfel
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 Franz Werfel, Rezitation, Bernadette, Beverly Hills, Franz Werfel und Alma Mahler-Werfel"Das Lied von Bernadette" - geschaffen auf der Flucht vor den Nationalsozialisten - ist Werfels kommerziell erfolgreichstes Werk, so erfolgreich, dass der Flüchtlong sich in der neuen Heimat Beverly Hills ein Haus kaufen kann. Hier haben wir vier Rezitationen von Franz Werfel höchsptersönlich, sozusagen Werfel live! 
   

Bernadette. Die Machtergreifung der Nazis und die Verbrennung auch seiner Werke zwang Werfel mit Alma ins Exil. Am 27. Juni 1940 auf der Flucht vor dem vorrückenden deutschen Militär in Lourdes gestrandet, beschäftigte sich Franz Werfel mit der Lokalgeschichte der heilig gesprochenen Bernadette Soubirous. Er gelobte, einen Roman über sie zu schreiben, falls ihm die Flucht nach Amerika gelinge. Aus diesem Vorsatz wurde "Das Lied von Bernadette", ein Roman, der später in Hollywood erfolgreich verfilmt wurde. Henry Kings stark besetzte, preisgekrönte Filmbiographie mit Jennifer Jones, Vincent Price und Lee J. Cobb, wurde mit 4 Oscars ausgezeichnet. Jennifer Jones erhielt für ihr grandioses Filmdebut den Oscar als beste Schauspielerin. Das Werk seines Gelübdes, der Roman "Das Lied von Bernadette" wurde in den USA so erfolgreich verkauft, dass Werfel sich in Beverly Hills ein Haus kaufen konnte.
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Alma Mahler. 1929 heiratet Franz Werfel Alma Mahler, die Witwe von Gustav Mahler. Die Liste der prominenten Liebhaber und Ehemänner von Alma Mahler ist lang. Sie reicht von Komponisten wie Alban Berg und Benjamin Britten, der ihr eine Komposition widmete, über Arnold Schönberg und Igor Strawinsky bis zu Schriftstellern wie Erich Maria Remarque oder zu Sigmund Freud. Sie war mit Gustav Mahler, Walter Gropius und Franz Werfel verheiratet, pflegte ein Liebesverhältnis mit Oskar Kokoschka, und Gerhart Hauptmann war unsterblich in sie verliebt. Die (Männer-) Nachwelt schildert sie deshalb gerne als "femme fatale" und übersieht ihre Leistungen.

Alma Schindler studierte seit 1897 bei Alexander Zemlinsky Komposition. Sie hat Lieder, Instrumentalstücke, auch den Beginn einer Oper komponiert. 1902 heiratete sie den zwanzig Jahre älteren Komponisten Gustav Mahler: "Die Rolle des Komponisten ... fällt mir zu, - Deine ist die der liebenden Gefährtin...!" Sie gehorcht, widerstrebend. Als Mahler sich nach einer Ehekrise plötzlich für ihre Kompositionen begeistert - fünf ihrer Lieder lässt er drucken -, hat sie längst resigniert: "Zehn Jahre verlorene Entwicklung sind nicht mehr nachzuholen. Es war ein galvanisierter Leichnam, den er neu beleben wollte."

Sie beeinflusst, inspiriert und organisiert Leben und Ruhm von Franz Werfel. Ihm war sie Geliebte, "Zauberfrau" und Lebensstütze. Ihm ist sie in einer abenteuerlichen Flucht über die Pyrenäen aus dem französischen Exil Sanary-sur Mer nach Spanien und Portugal gefolgt. In ihren Erinnerungen schreibt sie: "Gott vergönnte mir, die genialen Werke unserer Zeit zu kennen, ehe sie die Hände ihrer Schöpfer verließen. Und wenn ich für eine Weile die Steigbügel dieser Ritter des Lichts halten durfte, so ist mein Dasein gerechtfertigt und gesegnet."
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Flucht. In dieser Zeit unternimmt Franz Werfel Reisen nach Ägypten, Palästina und Italien. Anfang 1938 verbrachten die Werfels einige Wochen Erholungsurlaub auf Capri. Am 12. März 1938 marschierte die deutsche Wehrmacht, vom Großteil der österreichischen Bevölkerung bejubelt, in Österreich ein. In den ersten Tagen nach Hitlers Einmarsch wurden alleine in Wien 67.000 Menschen verhaftet. Werfels Freund Egon Friedell entging seiner Verhaftung, indem er sich mit einem Sturz aus dem Fenster selbst tötete.
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Alma Mahler-Werfel verließ Wien mit ihrer Tochter fluchtartig, fuhr zuerst nach Prag und dann nach Mailand, wo sie sich mit ihrem verzweifelten Mann traf. Von dort fuhren sie nach Zürich zu Werfels Schwester, dann nach Paris. Ende 1939 überlegen die Werfels, im Besitz eines Visums, in die USA auszureisen, entschließen sich aber das erst dann zu tun, wenn kein Rettungsweg mehr übrig ist oder Krieg ausbricht. Nachdem Hitler am 1. September 1939 den Einmarsch in Polen befiehlt, erklären Frankreich und England Deutschland den Krieg. Mitte September 1939 meldet sich Werfel freiwillig zur tschechoslowakischen Legion, wird aber im Dezember 1939 vom Regimentsarzt als kriegsuntauglich erklärt. Die Werfels leben nun in einem Pariser Hotel in ständiger Angst vor Bombenangriffen und mit dem deutschen Überfall auf Frankreich. Zwischenzeitlich ist das USA-Visum verfallen und die Werfels versuchen die nächsten Wochen verzweifelt, ein neues zu bekommen.
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Anfang Juni 1940 marschiert Hitler in Frankreich ein und erobert ohne nennenswerten Widerstand am 14. Juni 1940 Paris. Die Werfels flüchten nun Richtung Spanien und machen sich auf den Weg nach Bordeaux – Biarritz, Bayonne – Hendaye St. Jean-de-Luz. Als die deutschen Truppen an demselben Tag wie die Werfels die Grenzstädte zu Spanien erreichen, flüchten sie weiter nach Pau – der Pyrenäenhauptstadt und von dort aus nach Lourdes, wo sie am 27. Juni 1940 eintreffen. Fünf Wochen bleiben sie in Lourdes und Anfang August erhalten sie Passierscheine zurück nach Marseille. Dort wohnen sie unter falschem Namen und erhielten nach einer persönlichen Intervention des amerikanischen Außenministers Hull Durchreisebewilligungen für Spanien und Portugal sowie das Visum für die USA.
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Ein erster Fluchtversuch per Boot nach Nordafrika scheitert. Die aus den Werfels, Nelly und Lion Feuchtwanger, Golo Mann und Heinrich Mann bestehende Flüchtlingsgruppe darf auch die Grenze nach Spanien, wegen fehlenden Visas, nicht passieren. Es wird stündlich damit gerechnet, dass Flüchtlinge beim Versuch des Grenzübergangs verhaftet werden. So bleibt am 13. September 1940 nur noch die beschwerliche Flucht mit Heinrich Mann zu Fuß über die Pyrenäen. Ein Monat später erreicht Franz Werfel an Bord des Dampfers "Nea Hellas" den Hafen in New Jersey und somit sein Exil in den USA. Im selben Jahr wurde Alma Mahlers geistig behinderte Schwester Grete von den Nazis ermordet.

Werfel verarbeitet seine Flucht in dem Drama "Jacobowsky und der Oberst", das er zwischen 1941-2 im amerikanischen Exil schrieb. Er erzählt die Geschichte mehrerer Personen, die vor den Nazis 1944 auf der Flucht sind. Schauplatz ist das von den Deutschen besetzte Frankreich, der Vormarsch auf Paris steht kurz bevor. In einem Hotel begegnen sich die Reisenden, die erst nach einigen Verwicklungen die gemeinsame Reise nach Süden antreten. Die Hauptperson ist ein polnischer Jude namens Jacobowsky, der sich zum wiederholten Male auf der Flucht befindet und mit Galgenhumor und Liebenswürdigkeit alle Krisensituationen meistert. Dem augenzwinkernden, humorvollen und auch ein wenig melancholischen Jacobowsky steht Oberst Stjerbinsky gegenüber, ein polnischer Militarist, der antisemitische Ansichten hat und eine Geheimmission wegen seiner Geliebten aufs Spiel setzt. Der brummige und eher eindimensionale Charakter des Oberst, der lieber den Ehrentod sterben würde als über eine Alternative in seinem Handeln, über eine zweite Möglichkeit nachzudenken und der tiefsinnige Jude - dieser Gegensatz und nicht ohne Humor und Witz bestimmt das Drama.
::: Freiklick :::>  Link: Werfel Franz im Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon (Bautz)
Franz Werfel. Werfel (* 10. 9. 1890 Prag, † 26. 8. 1945 Beverly Hills) ist einer der meistgelesenen deutschsprachigen Autoren der Zwischenkriegszeit. Die Frömmigkeit seiner Kinderfrau, der Besuch der Privatvolksschule der Piaristen und die barocke Katholizität seiner Heimatstadt prägen den jungen Werfel: Zu einem Leitmotiv des dichterischen Werks wird die Konspiritualität von Christus und Israel. Trotz dieses Naheverhältnisses zum Christentum und Katholizismus empfängt Franz Werfel im September 1903 die Bar Mizwa in der Prager Mayslsynagoge. Er ist unter anderem mit Franz Kafka, Willy Haas, Ernst Deutsch, und Max Brod befreundet. 1912 Lektor beim Kurt-Wolff-Verlag zu Leipzig; unter seiner Mitverantwortung erscheint die expressionistische Schriftenreihe Der jüngste Tag; Begegnung mit Rilke, Freundschaft mit Hasenclever, Karl Kraus. 1915-17 als österreichischer Soldat im 1. Weltkrieg an der ostgalizischen Front bis 1917 die Versetzung ins Wiener Kriegspressequartier erfolgt. Er heiratet 1929 Alma Mahler-Werfel, emigriert 1938 nach Frankreich und 1940 in die USA.

Frühe Berühmtheit. In den 20er und 30er Jahren einer der meistgelesenen deutschsprachigen Autoren. Popularität erreicht er vor allem aufgrund seiner epischen Werke, über die aber Werfel selbst seine Lyrik setzte. Bis heute unterschätzt werden seine Dramen. Er wurde mit Gedichtbänden wie "Der Weltfreund" (1911), "Wir sind" (1913) und "Einander" (1915) zu einem der Hauptvertreter des Expressionismus, während seine psychologisierenden Dramen ("Spiegelmensch", 1921; "Bocksgesang", 1922) nur durchschnittlich angenommen wurden. Sein umfangreiches episches Werk entstand zwischen 1920 und 1945. In Romanen wie "Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig" (1920) oder "Höret die Stimme" (1937) thematisiert Werfel teilweise unter Verwendung historischer Stoffe soziale Entwicklungen seiner Zeit. Wiederkehrende Themen sind Humanität und das Ringen um ein ethisch fundiertes Christentum ("Die 40 Tage des Musa Dagh", 1933) sowie scharfsichtige Zeitkritik ("Barbara oder Die Frömmigkeit", 1929). In "Verdi" (1924) strebt er die Verknüpfung von Poesie und Musik an. Sein autobiographisch geprägter Reiseroman "Stern der Ungeborenen" erschien postum.