FreE-Book: Elfenbeinkunst
Freihandbücherei - FreE Books
 Elfenbein, ArtenschutzDie europäische Elfenbeinkunst von ihren Anfängen in prähistorischer Zeit bis ins 20. Jahrhundert. Die Online-Version des Buches liefert Bildmaterial und Wissen und berichtet von Künstlern. Erkennungs- und Untersuchungsmethoden und in Vergessenheit geratenen Techniken. Eigentlich ein Lexikon.
  

Geschichte ... Die "Vogelherd-Figuren" aus der jüngeren Altsteinzeit (Jungpaläolithikum, ca. 50.000- 10.000 v. Chr.) gelten als die ältesten von Menschenhand geschaffenen Tierplastiken. Ihr mit Hilfe der Radiokarbonmethode ermitteltes Alter wird mit mehr als 30.000 Jahren angegeben. Die meisten steinzeitlichen Tierdarstellungen stammen aus dem Magdalénien (ca. 15.000 bis ca. 9.000 v. Chr.). Den Namen erhielt die jungpaläolithische Kulturstufe von dem Fundort Abri de la Madeleine in der südfranzösischen Gemeinde Tursac, Dordogne, wo neben Fettlampen, schmalen Silex-Klingen, als "Federmesser" bezeichnete asymmetrische Klingen und anderen Gebrauchsgegenständen besonders schöne und gut erhaltene silhouettierte Reliefdarstellungen von Tieren gefunden wurden, mit dem französischen Fachausdruck als Contours découpés bezeichnet. Wegen der großen Bedeutung des Rens für die damals lebenden Menschen heißt das Magdalénien auch Rentierzeit.

... Gegenwart. Der Zeitströmung entsprechend wurden auch die Kunstwerke aus Elfenbein immer geradliniger, ohne die für frühere Epochen typischen kleinteilig ausgeführten, oft verschnörkelten Verzierungen. Während in der Vergangenheit bei bildhauerischen Arbeiten die naturgetreue Umsetzung und Detailgenauigkeit meist als Qualitätsmerkmal galt, war dies seit Beginn des 20. Jh. im allgemeinen nicht mehr der Fall. Die Materialüberlegenheit von Elfenbein, das sich wie kein anderer Werkstoff für die Ausarbeitung feinster Einzelheiten eignet, wurde nicht mehr benötigt, da sich die abstrahierten einfachen Formen der Moderne aus jedem für bildhauerische Arbeiten geeigneten Werkstoff gestalten ließen. Der erste Weltkrieg und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten danach waren auch ausschlaggebend, dass man versucht war, das teure Elfenbein durch preisgünstigere Materialien zu ersetzen. In den 20er und 30er Jahren des 20. Jh. war besonders Bakelit ein weit verbreiteter Ersatzstoff für Elfenbein, im Handel meist als "Ivorine" bezeichnet. Seit der Mitte des 20. Jhdt. kamen dann auch Überlegungen des Artenschutzes hinzu und bewirkten, dass in Europa Elfenbein auch für Kunstgegenstände kaum noch verarbeitet wird.

:::Freiklick:::>   "Elfenbeinkunst" von P.W. Hartmann als Online-Publikation im Internet

Das Buch als Druckausgabe:
P. W. Hartmann
Elfenbeinkunst
286 Seiten, 187 Farb- und 17 Schwarzweißabbildungen,
31 x 25 cm, schwarzes Kunstleder mit Goldprägung, cellophanierter Schutzumschlag,
ISBN 3-9500612-1-5, EUR 145,-


eC