Vorarlberger Schülerunion: Pinkeln an der Parteileine
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SchülerunionSchnell hat man - die Wahlen sind ja mit Jungwählern angesagt - einen inhaltsleeren und auch kulturell  sehr bescheidenen Weblog ins Web gestampft und versucht sich an der ÖVP-Leine in Politik. Da Demokratie für diese "Schüler" sichtbar noch immer ein Fremdwort ist, versuchen sie sich erst mal im Pinkeln.
  

Anpinkeln als politisches Prinzip. Angepinkelt wird der grüne Kandidat Harald Walser. Er hat es als Direktor einer Vorarlberger Mittelschule gewagt, nicht für die ÖVP zu kandidieren. Wenn also Schüler Vorarlberger Mittelschulen darin noch ein Problem sehen, dann ist an ihrer Schule tatsächlich etwas falsch gelaufen, dann hat dort entweder der Unterricht versagt oder die VP-Jungfunktionäre sind einfach nur lernfaul.
:::Freiklick:::>  "Vorarlberger Schülerunion"
Schwache Schreiberlinge. Aber wahrscheinlich tut man ihnen Unrecht. Denn solchen Schmarren kann doch kein Mittelschüler der die Oberstufe selbst mit Mühe erreicht hat, freiwillig geschrieben haben:
"Auf Grund der Situation dieser Wahl ist es notwendig, den Schülerinnen und Schülern die neue Verantwortung, die sie als Erstwähler haben auch nahe zu bringen und verständlich zu machen",  so H... abschließend.
Also wenn ich meinen Kindern das noch verständlich machen müsste, ich würde sie sofort von der Mittelschule nehmen. Junge Menschen für so unselbständig - um nicht zu sagen für dumm - zu erklären, kann doch Schülerinteressensvertretern nicht selber eingefallen sein. Das verrät auch der Abschluss der Pressemeldung:  "so H... abschließend."  Ein mangelhaftes, ja scheussliches Deutsch, das zwar in jeder zweiten Parteiaussendung  aller Farben vorkommt, aber doch hoffentlich an keiner Vorarlberger Mittelschule gelehrt wird.
"Wichtig sei es, ..., die Schülerinnen und Schüler, die zum ersten Mal vom Wahlrecht Gebrauch machen, mit den notwendigen und wichtigen Informationen zu versorgen und auftauchende Frage zu beantworten."
:::Freiklick:::>   Dr. Harald Walser          
Schülerunion als Altherrenriege? Die Sprache dieser Presseinformation ist leider die der "erwachsenen" Politiker, nämlich möglichst nichts mit Leerformeln und inhaltleeren Füllwörtern zu sagen. Also wenn die angeblichen Schülerinteressensvertreter ("auftauchende"?) Fragen haben, warum stellen sie sie nicht einfach auf ihrer Website? Dazu braucht man doch keine Presseaussendung schreiben lassen, weil man keine Antworten aus dem eigenen Parteisekretariat bekommt.
"Die Schülerunion fordert, dass der Wahlkampf und das Werben um die Gust der Erstwähler nicht über die Sympathieschiene eines Direktorpostens passieren darf.  Die Schülerinnen und Schüler müssen die Möglichkeit haben, unbeeinflusst durch die Schulleitung zur Wahl zu schreiten."
Lob für den Schuldirektor. Das ist nun allerdings ein Lob für den grünen Kandidaten im blinden VP-Wahlwerbeeifer versehentlich hineingerutscht. Eine "Sympathieschiene" könnte der Schuldirektor fahren? Das ist ein Lob, das wahrscheinlich nur wenigen DiretorInnen von ihren SchülerInnen zuteil werden könnte. Also die meisten Schüler und möglicherweise auch Lehrpersonen stehen häufig im Interessensgegensatz zu den SchülerInnen. Somit wirft diese Äußerung ja auch ein Licht auf die Art wie die Schülerunion - oder besser das ihr vorstehende ÖVP-Landesparteisekretariat - Schülerinteressensvertretung verstehen will.

Wer soll diese Nichtwebsite überhaupt lesen? Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass hinter dieser Website jemand anderer als die ÖVP-Altherren stehen könnten. Es ist das Bild das diese Altherrenvereinigung von der Jugend hat. Keine Inhalte, keine politischen Aussagen, Kitsch als Schlüsselanhänger und die in der Schlüsselloch-Berichterstattung geliebten Partyfotos.

Es gibt auch keinen Grund zu glauben, dass die wenigen Mitglieder der Schülerunion ihre für die Wahlwerbearbeit geschaffene Website je nur weiter als bis zu den pubertären Partyselbstdarstellungsbildchen durchgeklickt hätten, denn sonst wäre ihnen aufgefallen, dass diese Website einen Link zum Landesschulrat hat.  Eine politisierende Website darf das doch nicht, wenn man den eigenen Pressequatsch ernst nehmen würde, den angeblich Landesgeschäftsführerin L...  wieder im schlechten Erwachsenenpolitkerdeutsch so "betont":
"Direktor Walser, der letzte Woche noch versicherte, die Bereiche Schule und Kandidatur zu trennen, hat das wohl gleich wieder vergessen als er auf seiner Bildungsseite das von ihm mit initiierte und auch den Grünen als Hauptwahlkampfthema dienende Modell einer „perfekteren Schule“ präsentiert und gleichzeitig mit einem Link auf das von ihm geleitete BG Feldkirch verweist,"
Gute Aufmerksamkeitskampagne. Ein Lob sollte man aber der Schülerunion doch nicht vorenthalten: Die Kampagne  ist eine hervorragende Werbehilfe für den grünen Mittelschuldirektor. Mehr kann man eigentlich nicht mehr für ihn tun, damit er auf der "Sympathieschiene" des Schuldirektors vielleicht auch bei den Nichtschülern punkten kann.

Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 7. August 2008 )