Free mp3: Titi Winterstein
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Titi Winterstein, Geige, Roma, Sinti, Zigeuner, Zigeunermusik, Titi Winterstein, einer der herausragendsten Vertreter der Musik der deutschen Sinti, ist am 13. Juni 2008 im Alter von nur 51 Jahren an den Folgen einer schweren Krankheit im Klinikum Offenburg verstorben. Erst 2007 hatte Titi Winterstein sein 35-jähriges Bühnenjubiläum gefeiert. Bereits als Fünfzehnjähriger galt er als "Wunderkind".
  

Seit jenen Tagen im Jahr 1972, als das "Wunderkind" im Alter von 15 Jahren seine Laufbahn im Quintett des Gitarristen Häns'che Weiss begann, um bereits mit 21 seine erste eigene Formation - das Titi-Winterstein-Quintett - vorzustellen, ist der legendäre Sinto seinen Wurzeln treu geblieben.

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Er hat in bewundernswerter, vielfältiger Weise zur Weiterentwicklung der Musik der Sinti in Deutschland beigetragen, immer darauf bedacht, mit bestechender Präzision und ungebrochenem Einfallsreichtum musikalische Top-Qualität abzuliefern. Er und sein Ensemble sind Garanten für Musik deutscher Sinti der absoluten Spitzenklasse, von bemerkenswerter stilistischer Vielfalt und gleichzeitiger, erstaunlicher Homogenität des Zusammenspiels. Vom Swing-Jazz eines Django Reinhardt über traditionelle Zigeunermusik ungarischer und russischer Provenienz, den Swing-Valse (improvisierter Musette) und Bossa Nova bis hin zu Liedern mit Texten in der Zigeunersprache, dem Romanes, reicht der spannungsreiche Repertoirebogen dieser Band. Stets bleibt viel Raum für Improvisation, für die individuelle Entfaltung der Solisten, für eigene Kompositionen und Arrangements.

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Zusammen mit Häns'che Weiss hat Titi Winterstein fünf Plattenproduktionen eingespielt, wovon die fünfte mit dem Deutschen Schallplattenpreis ausgezeichnet wurde. - Von Titi Winterstein selbst liegen bislang sechs hervorragende Plattenproduktionen vor. - Zahlreiche Tourneen und Festivalauftritte überwiegend in Westeuropa, aber auch in osteuropäischen Metropolen wie Prag und Budapest sowie in den USA, haben den Sinto Titi Winterstein zu einem gefeierten Botschafter der Musik deutscher Sinti werden lassen.

Yehudi Menuhin war von Titi Winterstein so angetan, daß er ihn und seine Gruppe im Oktober 1993 zum seinem Festival All The World's Violins in den Cirque Royal nach Brüssel einlud, einem beispielhaften Ereignis, an dem auch der legendäre Jazzgeiger Stéphane Grappelli mitwirkte.

Im Mai 2003 wurde Titi Winterstein anlässlich eines Auftritts beim Europäischen Festival der Musik der Roma und Sinti im Haus der Kulturen der Welt in Berlin für seine Jahrzehnte lange Arbeit in Sachen Musik deutscher Sinti mit dem Django Reinhardt Preis ausgezeichnet.

2005 hatte Titi Winterstein nach Jahren der Abstinenz beschlossen, wieder vermehrt auch in Jazz-Clubs, soziokulturellen Zentren und Kleinkunst-Theatern zu spielen. Der Kontakt zur Basis, dem Nährboden aller Kultur, dort wo alles einmal begonnen hatte, war ihm in seinen letzten Lebensjahren besonders wichtig.


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Letzte Aktualisierung ( Samstag, 12. Dezember 2009 )