Free Movie: Nosferatu Eine Symphonie des Grauens
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Kino, Film, Stummfilm, Murnau, Nosferatu, Experiment, progressivDie progressive, experimentelle Regie Murnaus und die überragende schauspielerische Leistung von Max Schreck machen "Nosferatu" – neben Langs "Metropolis" und Wienes "Das Cabinet des Dr. Caligari" – zu einem der einflussreichsten deutschen Filme der Stummfilmära. Murnaus Hollywood-Film "Sunrise" bekommt einen Oscar.
 
Lichtscheu. Friedrich Wilhelm Murnaus "Nosferatu. Eine Symphonie des Grauens" gilt als vielbeachteter Klassiker des Horrorgenres und ist tatsächlich eine seinerzeit nicht autorisierte Verfilmung von Bram Stokers Roman "Dracula". Obwohl der Film explizit auf Stokers Tagebuchroman basiert, taucht der Name des titelgebenden Grafen nicht auf, da Murnau die Rechte an der der literarischen Vorlage nicht erhielt. Also benannte er die Figur des Vampirs einfach in Graf Orlok um, veränderte die Geschichte leicht und drehte seinen Film ohne Einverständnis von Stokers Erben. Die Vorstellung, dass Vampire lichtscheu sind, was in fast allen Adaptionen des Vampirthemas eine gewisse Rolle spielt, geht in der Tat auf Murnaus "Nosferatu" zurück.

Handlung. Thomas Hutter ist Sekretär eines Maklers in Wisborg und lebt dort glücklich mit seiner Frau. Eines Tages schickt ihn sein Chef auf eine Dienstreise nach Transsylvanien, um mit dem Grafen Orlok über den Kauf eines Hauses zu verhandeln. Ellen, seine Frau, ahnt nichts Gutes, sie spürt die Gefahr, in die ihr Mann sich begibt, kann ihn aber nicht zurückhalten. Erst in der Nacht begegnet Hutter dem seltsamen Schloßherrn und dieser unterzeichnet den Vertrag. Als er am nächsten Morgen im Schloß erwacht, entdeckt er kleine rote Male an seinem Hals und ahnt, welchem Grauen er gegenübersteht. Orlok ist ein Vampir. Da verläßt Hutter fluchtartig das Schloß, denn er hat Angst, daß das Gespenst auf dem Weg zu seiner Frau ist. Eines Tages legt ein führerloses Schiff in Wisborg an, dessen Fracht Pest, Tod und Verderben über die Bewohner bringt. Die Toten tragen alle die gleichen roten Male am Hals. Ellen erkennt diese Herausforderung, und um das unheilvolle Schicksal aufzuhalten, opfert sie sich und gibt sich dem Vampir hin. In den ersten Sonnenstrahlen des neuen Morgens löst sich die mysteriöse Gestalt in Nichts auf.
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Nach den Roman "Dracula" von: Bram Stoker
Nosferatu
Horrorfilm 1921
Erstaufführung in Deutschland: 04.03.1922
Regie: Friedrich Wilhelm Murnau.
Kamera: Fritz Arno Wagner, Günther Krampf.
Länge: 96 Min.
s/w mit monochromen Einfärbungen, stumm
Darsteller: Max Schreck, Gustav von Wangenheim, Greta Schroeder, Ruth Landshoff, Alexander Granach.
Production: Prana Film GmbH, Berlin
Distrubution: Transit-Film GmbH, München
FSK: freigegeben ab 12(zwölf)Jahren


Friedrich Wilhelm Murnau (Friedrich Wilhelm Plumpe).
Friedrich Wilhelm Murnau (* 28. Dezember 1888 als Friedrich Wilhelm Plumpe in Bielefeld/Ostwestfalen; † 11. März 1931 in Santa Barbara, Kalifornien) gilt als einer der bedeutendsten deutschen Filmregisseure der Stummfilmära. Der Sohn eines Textilfabrikanten wächst in Bielefeld und Kassel auf, studiert in Berlin und Heidelberg Kunstgeschichte und Literatur, gibt das Studium auf und besucht die Max Reinhardt-Schauspielschule in Berlin. Als Reinhardt Schauspieler ist er in den Jahren 1912 -14 in kleinen Rollen beschäftigt. Unter anderem spielt er den Lahmen und den Ritter in Max Reinhardts "Das Mirakel", den Schüler in "Faust I." und den Spielansager in "Das alte Spiel von Jedermann". Einer Anekdote nach soll der Künstlername in jenen Jahren, aufgrund einer Liebesaffäre während eines Reinhardt-Gastspiels in Murnau am Staffel-See entstanden sein. Ab etwa 1909 benutzt er jedenfalls das Pseudonym Murnau. 1913 gehört er zum Ensemble der Reinhardt-Bühnen, wird ein Jahr später als Soldat eingezogen. Seit 1917 bei den Fliegern, wird er in der Schweiz interniert, wo er Theater spielt und ein Filmmanuskript verfaßt.
                      
Nach Kriegsende kehrt er nach Berlin zurück und dreht 1919 seinen ersten Film "Der Knabe in Blau". Ebenfalls Fantasy-Filme sind der dreiteilige "Satanas" (1919), bei dem für Murnau erstmals Karl Freund hinter und Conrad Veidt vor der Kamera stehen, und "Der Bucklige und die Tänzerin" (1920), der den Beginn der Zusammenarbeit mit dem Drehbuchautor Carl Mayer markiert. Der in nur 16 Tagen abgedrehte "Schloss Vogelöd" (1921) beweist schon Murnaus Geschick, Stimmungen von Angst und Grauen zu erzeugen, ein Können, das er im Vampirfilm "Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens" (1921) zur Meisterschaft führt.
     
Zu seinen folgenden vier Filmen schreibt Thea von Harbou die Drehbücher, darunter ist auch Murnaus einzige Komödie, "Die Finanzen des Grossherzogs" (1923). Mit nur einem Zwischentitel kommt der Stummfilmklassiker "Der letzte Mann" (1924) aus, ein Film, der den sozialen Abstieg eines Hotelportiers zum Toilettenmann (Emil Jannings) beschreibt. Für den Film bedient Freund virtuos die "entfesselte" Kamera. Die Literatur-Adaptionen "Tartüff" (1925) und "Faust" (1925/26) zählen wie "Der letzte Mann" zu den von Erich Pommer produzierten Klassikern des Weimarer Kinos, bleiben aber hinter dem erwarteten kommerziellen Erfolg zurück.
                          
Dennoch öffnen diese Filme Murnau die Tore nach Hollywood, wo er mit Fox 1926 einen Vierjahresvertrag abschließt. Auch sein erster Hollywood-Film "Sunrise" (1926/27) kann zwar die Kritik begeistern – der Film bekommt einen Oscar für seine künstlerische Qualität – nicht aber das breite Publikum. Daraufhin wird bei seinen nächsten Filmen durch die Produktion eingegriffen: "Four Devils" (1928) erhält nachträglich ein Happy-End sowie eine Tonspur, ebenso "Our Daily Bread" (1929/30), von dessen Regie Murnau zudem während der Dreharbeiten entbunden wird.

Murnau kehrt nach Berlin zurück, Verhandlungen mit der Ufa bleiben jedoch ergebnislos. 1929 reist er nach Tahiti, wo er mit dem Dokumentarfilmer Robert Flaherty einen gemeinsamen Film über die Inselbewohner plant. Ihre Vorstellungen sind aber zu unterschiedlich und Murnau realisiert die naive Liebesgeschichte "Tabu" (1930/31) auf eigene Kosten. Hochverschuldet kehrt er nach Hollywood zurück, wo ihm die Paramount einen Zehn-Jahres-Vertrag anbietet. Er stirbt an den Folgen eines Autounfalls eine Woche vor der Premiere von "Tabu".

Letzte Aktualisierung ( Montag, 26. Mai 2008 )