Der neue Physiologus - Enzyklopädie der Erfahrungen
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Der neue Physiologus - Enzyklopädie der ErfahrungenSprachlos staunend steht man vor dieser Website. Dann sucht man im Web nach Quellen zur Deutung und findet so gut wie nichts. Was bedeutet das? Es sagt uns: Im Web gibt es für jede Hundeseite Hundertschaften von Experten, die sie beurteilen und beschreiben, nicht jedoch einen für dieses Monument.
  

Neuer Physiolugus. Das bedeutet zuerst einmal Physiologus an sich, der alte im Gegensatz zum eben jetzt neuen. Der Autor Hartmut Dietz nimmt auch selbstebewusst bezug darauf:
"Dieser Neue Physiologus
(nicht der erste, aber der neueste)
erklärt Mensch und Welt
sowie deren Beziehungen endlich richtig.

Was in anderen Enzyklopädien
fehlt, ungenügend oder gar falsch bestimmt ist -
Sie finden es auf diesen Seiten
erklärt, beschrieben und sinnreich geordnet - vollkommen unparteiisch:

Kein Zweig der Wissenschaft,
auch kein verschwundener
(wie Geisterkunde, Morologie, Magie, Mythos, Nasenwissenschaft, Physiognomik, Poesie, Traumdeutung ...) wird übergangen,
aller Versuche, die Welt zu verstehen,
wird mit dem gleichen Respekt gedacht."

Hartmut Dietzs Verknüpfung der Wissenschaften schafft es mittels Hypertext eine alphabetische und logische Ordnung in die Welt zu bringen. Die "Enzyklopädie der Erfahrungen" erklärt die Menschen und die Welt in seinen Beziehungen'. Über Menschen, Tiere und Sensationen gibt es literarische Auszüge von und über fast alleem,  vom Höhlenweib bis zum Minotaurus.
:::Freiklick:::>   Neuer Physiologus        
Dabei ist die im Internet meistverwendete Beschreibung "Zitatmontage aus literarischen Enzyklopädien" eine arge Verkürzung. Er schließt vielmehr an den herkömmlichen Physiologus in Bild und Text an. Lebendes und Totes, Realität und Magie, geheimes Wissen und offenkundige Selbstverständlichkeiten mixen sich zu einer ganz eigenen  Welt, ganz wie im Physiologus.
:::Freiklick:::>   Der Ältere Physiologus
Der "alte" Physiologus. Der alte Physiologus, ist eine Art Zoologiebuch, in dem das Buch der Natur ein Kommentar zur Bibel ist. Dieses "Volksbuch des europäischen Mittelalters" geht auf eine griechisch-christliche Vorlage zurück, die wohl gegen Ende des zweiten Jahrhunderts entstanden ist. Es ist zunächst eine Art Naturlehre und der Titel Physiologus beschreibt ursprünglich nicht das Werk sondern benennt den Verfasser. Dem Physiologus liegt zunächst auch nur ein rein naturwissenschaftliches Buch zu Grunde,  es befaßt sich mit Tieren, Pflanzen und Steinen mit realen und Fabelwesen, Erst später ist dem durch Bearbeitung eine christlich-symbolische Dimension beigefügt worden. Die naturwissenschaftlichen Erklärungen entsprechen zwar nicht mehr dem Stand des Wissens und wirken für den mittelalterlichen Hörer und Leser auch sicher gheimnisvoll überraschend doch keineswegs nur irreal. Wie sollte ein mittelalterlicher Leser wissen, wie ein Elefant gebärt? Der Physiologus wurde im Mittelalter deshalb auch als Lehrbuch gelesen. Er wurde im naturgeschichtlichen Unterricht verwendet, Das tatsächlich geheimnisvolle ist der Kontext zur Bibel, Allegorien und Analogien, eigentlich eine philosophische Erklärung von Mensch und Welt durch Hohepriester.

Erbauungsbuch. Die häufige Formulierung "Erbauungsbuch" kann schon angesichts der Analphabetenrate und der mit hohen Kosten verbundenen Gestehungsweise nur schwer gefolgt werden. Auch dem Genuss des neuen Physiologus steht ein Analphbetismus entgegen, der die Buchstabenfolgen zu nichtdekodierbaren Hieroglyphen macht. Erst die systematische Herangehensweise  ist dem hilfreichen Stein von Rosetta vergleichbar.

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Letzte Aktualisierung ( Samstag, 25. Juli 2009 )