Arktis
Förder Zone - Freie Unterrichtshilfen
  Arktis, Antarktis, Polarjahr, Inuit, KlimaDas Klimasystem der Erde zu verstehen, ist eine Herausforderung. Die Polargebiete spielen dabei eine entscheidende Rolle. Schmilzt das Eis an den Polkappen, steigt der Meeresspiegel und große Küstengebiete werden unbewohnbar. Tauen die Dauerfrostgebiete, werden riesige Mengen des Klimagases Methan freigesetzt.
 

Inuit. In der Arktis sind die indigenen Völker von den Folgen des Klimawandels besonders früh und stark betroffen, obwohl sie selbst kaum etwas dazu beigetragen haben. "Doch statt die rund 400.000 Angehörigen dieser Gemeinschaften bei der Bewältigung der Klimaschäden zu unterstützen, nutzen Regierungen und Konzerne das Schmelzen des arktischen Eises, um bisher unberührte Ressourcen zu plündern", kritisiert Kerstin Veigt, Mitarbeiterin im Referat Indigene Völker der Gesellschaft für bedrohte Völker.
:::Freiklick:::>   Free mp3: Canada Inuit Games and Songs
Während es in der Antarktis untersagt sei, Rohstoffabbau zu betreiben, fehlen den Ureinwohnergemeinschaften der Arktis die Rechtsstandards zum Schutz ihrer Umwelt. Auch deshalb stünden sie buchstäblich vor dem Aus. Deshalb wird während der Eröffnung des Internationalen Polarjahrs 2007/2008 am 1. März in Berlin die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) gemeinsam mit drei Inuit aus Grönland auf die akute Bedrohung der arktischen Ureinwohner durch den Klimawandel aufmerksam machen. Dabei soll auch darauf hingewiesen werden, dass die indigene Bevölkerung in den Polarregionen schon seit vielen Jahren gravierende Klimaveränderungen beobachtet. Nach Auffassung der GfbV sollte dieser reiche Schatz lokalen Wissens über die Umwelt in die wissenschaftliche Forschung mit einbezogen werden.

IPY und IHY. Vom 1. März 2007 bis zum 1. März 2009 - also in Wirklichkeit zwei Jahre lang - waren Tausende Wissenschaftler zahlreicher Fachrichtungen in die Polarregionen aufbrechen um die Arktis und die Antarktis zu untersuchen. Sie wollen mit Bojen, Schiffen, Ballonen, Robotern, Satelliten und Flugzeugen die Folgen von Umweltveränderungen für Menschen, Tiere und Pflanzen erforschen. Viele Projekte diese weltweit ausgerufenen Internationalen Polaren Jahrs (engl. International Polar Year, kurz IPY) haben physikalische Aspekte und haben Physiker, Geophysiker und Meteorologen 24 Monate beschäftigt.

Das IPY hat einen kleinen Bruder: das Internationale Heliophysikalische Jahr 2007 (engl. International Heliophysical Year, kurz IHY). In diesem Rahmen dieses Forschungsprogramms sollen die magnetischen Strukturen der Sonne und die Strömungen studiert werden, was insbesondere die Sonnenphysiker und andere Astrophysiker auf den Plan ruft. Doch auch Geophysiker interessieren sich für die Aktivität der Sonne: Im Fokus steht hier, wie die Sonnenaktivitäten die Erde beeinflusst. Durch die Struktur des Erd-Magnetfelds können die Sonnenwinde gerade am Süd- und Nordpol die Erde erreichen, und machen so die Polarregionen zu einem interessanten Forschungslabor im internationalen Jahr der Sonnenphysik (IHY). Ein guter Grund sich mit den anderen Polar-Forschern des Internationalen Polaren Jahres (IPY) zusammenzuschliessen und Synergien auszuschöpfen.
:::Freiklick:::>    Das Internationale Polarjahr 2007/2008
* Filme
* Audio
* Bilder
* Downloads
Geschichte. Das erste International Polar Year gab es vor 125 Jahren. Wissenschaftler aus elf Ländern machten sich damals auf den Weg, um die Arktis und das Südpolarmeer zu erkunden - 15 Expeditionen fanden damals insgesamt statt. Das zweite IPY 1932/1933 war von der Wirtschaftskrise jener Jahre gezeichnet. Trotz der widrigen Bedingungen gewannen Meteorologen und Geophysiker damals zahlreiche Erkenntnisse über die Atmosphäre, den Magnetismus der Erde und das Polarlicht. Vor knapp 50 Jahren wurde das dritte IPY veranstaltet. Zwölf Nationen waren daran beteiligt. Sie richteten 65 Forschungsstationen in der Antarktis ein. Auf diese Weise gelang es zum ersten Mal, das Volumen der antarktischen Gletschermassen abzuschätzen.