Digital: Keilschriftsammlung des Vorderasiatisches Museum online
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Keilschrift, Sumerer, Uruk, Babylon, Assyrer, Das Vorderasiatische Museum ist neben dem Louvre und dem British Museum eines der bedeutendsten Museen orientalischer Altertümer der Welt. Auf 2000 Quadratmetern Ausstellungsfläche vermittelt es einen Eindruck von der 6000 Jahre umfassenden Geschichte, Kultur und Kunst in Vorderasien.
  

Pergamonmuseum. Die Sammlung befindet sich im Südflügel des Pergamonmuseums und verteilt sich über vierzehn Säle. Unter den bedeutenden Baudenkmalen, Reliefs und kleineren Objekten befinden sich weltberühmte Exponate, die von deutschen Wissenschaftlern ausgegraben worden sind. Sie stammen aus den sumerischen, babylonischen, assyrischen und nordsyrisch-ostanatolischen Regionen, dem heutigen Irak, Syrien und der Türkei.

Mesopotamien. Vor 5 000 Jahren wurde im südlichen Mesopotamien zum ersten Mal ein kompliziertes Zeichensystem entwickelt, das man als Schrift bezeichnen kann. Es bestand aus über 1 000 verschiedenen Zeichen für Gegenstände, Handlungen oder Beamtentitel. Etwa 60 dieser Zeichen kann man als Vorläufer der späteren Zahlzeichen ansehen. Veränderungen mit dem Ziel, das Zeichensystem zu vereinfachen, führten im Lauf der Zeit dazu, daß nicht mehr die Gegenstände, sondern Lautwerte der Sprache dargestellt wurden. Es entstand die Keilschrift, die etwa 2 500 Jahre lang im gesamten Vorderen Orient verwendet wurde.

Aus der Phase der Proto-Keilschrift, wie jene archaische Vorform der Keilschrift genannt wird, sind etwa 5000 Tontafeln und Tafelfragmente überliefert, die meisten aus der alten mesopotamischen Stadt Uruk. Die Tafeln befinden sich heute zumgrößten Teil in drei Sammlungen öffentlicher Institutionen, nämlich im Vorderasiatischen Museum der Staatlichen Museen zu Berlin, in der Uruk-Sammlung des Deutschen Archäologischen Instituts (Abteilung Bagdad), in der Universität Heidelberg und im Iraq Museum in Bagdad. Einige sind in die Hände privater Sammler geraten.
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Digital Library Initiative (CDLI). Funde aus Uruk geben Aufschluss über die Anfänge der Schriftentwicklung im 4. Jahrtausend v. Chr. und über die Kunst und Kultur der Sumerer. Durch Tontafeln und Siegel ist die Verbreitung der Schrift im ganzen vorderasiatischen Raum belegt. Das Vorderasiatische Museum (VAM), Berlin, und die Cuneiform Digital Library Initiative (CDLI) präsentieren Datensätze online, die die größte Keilschriftsammlung Deutschlands dokumentieren.  Im Rahmen eines Kooperationsabkommens sind alle Keilschrifttafeln des 3. und 4. Jahrtausends v. Chr.  digitalisiert worden.  Kataloge und Transliterationen der Spät-Uruk-, der Früdynastisch IIIb- und der Ur-III-Perioden (c. 3350-2000 v.Chr.) sind fertiggestellt und repräsentieren eine fast vollständige Bearbeitung der frühen Sammlung, die mehr als 6.000 Dokumente einschließt. Ein Inventar der Gesamtsammlung ist in Vorbereitung.

Das Vorderasiatische Museum. Es gehört zu den ersten assoziierten Mitgliedern der 1998 in Leben gerufenen Cuneiform Digital Library Initiative (CDLI). Diese internationale Initiative, an der sich zur Zeit zahlreiche Museen mit bedeutenden Keilschriftsammlungen beteiligen, ist ein ehrgeiziger Versuch, die Verwaltungsarchive der Stadtstaaten und Großreiche Mesopotamiens, deren archäologisch erschlossenen Funde über die Museen der Welt verstreut wurden, im Internet virtuell wiederherzustellen. Die Arbeiten an der primären Datenerfassung im VAM und die Entwicklung einer vorläufigen elektronischen Repräsentation der Daten laufen bis heute. Das Vorderasiatische Museum ist damit das erste der an dieser Initiative beteiligten Museen, das die bislang nur in den Depots lagernden Keilschrifttexte aus dem dritten Jahrtausend v. Chr. einem breiten Kreis von Wissenschaftlern und interessierten Museumsbesuchern im Internet zugänglich macht. Nach Abschluß der andauernden Arbeiten wird die vorläufige, gegenwärtige Form durch Vervollständigung der Umschriften und durch ein Zugangssystem über den historischen Inhalt der Texte erweitert werden.

 
Letzte Aktualisierung ( Samstag, 26. Juli 2008 )