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Schule, Emanzipation, Buben, Mädchen, Bildungsschancen, ChancengleichheitVier mal linksherum in Bildungsfragen:
... Bundesrepublik Deutschland
... Österreich
... Schweiz
... Südtirol
 

BRD. Seit Jahren sacken die Schulleistungen von Jungen im Vergleich zu denen der Mädchen ab. Schuld daran soll auch der Medienkonsum sein. Mädchen verbringen weit weniger Zeit vor dem Bildschirm als Jungen. Eine Studie des Kriminologischen Instituts Niedersachen gibt dieser Theorie neue Nahrung. Sie belegt: Gewaltspiele machen Buben dumm und aggressiv. Mädchen interessieren sich dagegen kaum für drastische Gewaltspiele. Sie spielen - wenn überhaupt - Spiele mit sozialem Inhalt wie "Die Sims". Dass Mädchen weniger Zeit vor dem Monitor verbringen, zeigt auch die technische Ausrüstung im Kinderzimmer: 38 Prozent der Jungen haben eine eigene Spielekonsole, dagegen nur 16 Prozent der Mädchen. Das wirkt sich direkt auf die Schulleistungen aus: Viertklässler mit einer Spielekonsole im Zimmer lagen in Deutsch, Sachkunde und Mathematik eine halbe Note unter dem Durchschnitt.
Österreich. Zahlreiche Studien belegen, dass es in der Schule vor allem die Buben sind, die unerwünschtes Verhalten an den Tag legen. Sie sind in allen möglichen Formen von Unterrichtsstörungen den Mädchen voraus, nehmen von zusätzlichen Förder- und Präventionsmaßnahmen weit mehr in Anspruch und sind darüber hinaus auch kränklicher. Und was die ganze Sache in der Schule noch verschlimmert: Die Mädchen müssen oft die Rechnung dafür bezahlen und sind die eigentlichen Verliererinnen dieser Entwicklung. Um die Not der "kleinen Helden" zu verdeutlichen, reicht ein Blick auf die Schule allein nicht aus. Ursachen für mögliche männliche Krisen im Grundschulalter wurzeln oft schon in den Jahren vor Kindergarten- und Schuleintritt.
Schweiz. Oder ist alles doch ganz anders?  Zitat: "Die schwachen Schulleistungen der Buben liegen daran, dass im heutigen kompetitiven System mit Noten, Prüfungen und generellen Lehrplanzielen die Mädchen im Vorteil sind. Denn erstens reifen sie rascher heran. Im Alter von 12 Jahren sind sie einem Buben entwicklungsmässig im Durchschnitt um eineinhalb Jahre voraus."
Südtirol. Für den Bozener Entwicklungspsychologen Wassilios Fthenakis, einen genauen Kenner des deutschen Bildungssystems, ist das keine Frage mehr. "Das ist empirisch nachgewiesen." Aktuelle Zahlen untermauern die Krise der Jungs. Sie brechen weitaus häufiger die Schule ab, bleiben öfter sitzen und schaffen seltener das Abitur. Im Durchschnitt sind sie eine ganze Schulnote schlechter als ihre Mitschülerinnen.

Letzte Aktualisierung ( Montag, 11. August 2008 )
 
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