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7. Dezember 1902 PDF Drucken E-Mail
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Just am Tag nach Nikolaus, am 7. Dezember 1902 schloss Thomas Nast - der aus der Deutschland stammende Zeichner, Karikaturist, Illustrator, Maler und "Erfinder" des Santa Claus - in Guayaquil seine Augen. Präsident Theodore Roosevelt ernannte ihn noch 1902 zum Konsul in Ecuador.Just am Tag nach Nikolaus, am 7. Dezember 1902 schloss Thomas Nast - der aus der Deutschland stammende Zeichner, Karikaturist, Illustrator, Maler und "Erfinder" des Santa Claus - in Guayaquil seine Augen. Präsident Theodore Roosevelt ernannte ihn noch 1902 zum Konsul in Ecuador.
  

America’s Image Maker. Thomas Nast, das Kind aus Landau in der Pfalz wird in den USA als "America’s Image Maker" gefeiert. Er gilt als der größte amerikanische politische Karikaturist und als Vater der amerikanischen Karikatur schlechthin. Seine Zeichnungen trugen wesentlich zum Sieg im Bürgerkrieg bei und übten maßgeblichen Einfluss auf den Wählerentscheid bei der Wahl von sechs amerikanischen Präsidenten aus. Ihm ist es zu verdanken, dass die politische Karikatur in den USA eine einflussreiche und renommierte Form des Journalismus wurde. Uncle Sam mit seinem fordernden Finger, der im Vietnamkrieg die Moral der amerikanischen Armee heben sollte. Der Elefant der Republikaner, der Esel der Demokraten, die Symbole der beiden großen amerikanischen Parteien.

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Der Elefant ist schon seit fast 150 Jahren Tiersymbol der US-Republikaner. Bereits 1860 tauchte der Dickhäuter in Zeichnungen in Verbindung mit den Republikanern auf. Dort war es Thomas Nast, der die republikanische Partei 1874 im Magazin "Harper's Weekly" endgültig mit dem Bild des Elefanten verband. Nast, der in den USA als "Vater der politischen Karikatur" verehrt wird, skizzierte eine Horde aufgeschreckter Tiere, die vor einem als Löwen verkleideten Esel (das Symbol der Demokraten) davonrennt. Republikaner haben sich zwischenzeitlich längst mit dem Dickhäuter angefreundet: Elefanten seien würdevoll, stark und intelligent.

:::Freiklick:::>   Santa Claus aus der Pfalz - DIE ZEIT

Santa Claus. Und nicht zuletzt eben der Weihnachtsmann, dick- und rotbackig, mit weißem Bart und seinem "Ho, ho, ho". Diese scheinbar klassischen Erkennungszeichen amerikanischer Kultur sind alles Erfindungen eines Deutschen. 1823 hatte der Schriftsteller Clement C. Moore eine Kindergeschichte mit dem Titel "Ein Besuch vom heiligen Nikolaus" verfasst. Darin beschrieb Moore den Heiligen als einen gemütlichen, dicklichen, jovialen alten Gesellen. 1863 nahm Nast diese Geschichte auf und zeichnete einen solchen Moore'schen Nikolaus mit einer langen Pfeife, wie sie früher in der pfälzischen Heimat Nasts geraucht worden war, und einem weißen Bart, wie ihn die Winzer in der Pfalz trugen. So gestaltet trat "Santa Claus" seinen Siegeszug an. Ein wenig stand dabei auch der pfälzische "Belzenickel" Pate, der Gehilfe des Nikolaus, der in der Volkskultur der Pfalz ebenfalls als fettleibiger Haudegen überlebt hat. Das hindert heute weniger belesene Christkind - Fundamentalisten und nationale österreichische Politikkreise den Weihnachtsmann als amerikanischen "Importartikel" für einen Antiamerikanismus zu missbrauchen.

Thomas Nast. Er zählt zu den bedeutendsten Auswanderern aus Deutschland. Der liberale Protestant aus der Pfalz wurde 1840 als Sohn eines Regimentsmusikers in Landau geboren, etwa 15 Kilometer von der französischen Grenze, dem Elsass entfernt. Es war auch schon französische Garnisonsstadt. Zum Hambacher Schloss bei Neustadt an der Weinstraße sind es etwa 15 bis 20 Kilometer. Und in Hambach, der Wiege der deutschen Demokratie, wehte 1832 beim Hambacher Fest die schwarz-rot-goldene Fahne. Französischer Republikanismus und demokratischer Liberalismus sog Thomas Nast gleichsam mit der Muttermilch ein.

1846 wanderte die Mutter mit ihrem sechs Jahre alten Sohn und der Schwester aus politischen Gründen in die Vereinigten Staaten aus, ein Jahr später - nach Beendigung seiner militärischen Dienstzeit - folgte der Vater. Die Eltern bemerkten früh das zeichnerische Talent ihres Sohnes. Sie schickten ihn zu einem Zeichenlehrer Theodor Kaufmann – einem in die USA geflüchteten "Achtundvierziger" - zum Zeichenunterricht. Kaufmann war mit der Pfälzer Freischärlerin Mathilde Hitzfeld verheiratet.

1855 nahm die Wochenzeitung "Leslie's Illustrated Weekly Newspaper" dem begabten Zeichner und Karikaturisten Thomas Nast erste Arbeiten ab. Er war gerade 15 Jahre alt. Bald starb der Vater des jungen Pressezeichners, der von nun an die Familie ernähren musste. Der Weg als Pressezeichner, den Vorfahren der heutigen Fotografen, führte ihn 1860 nach London, wo er einen Boxkampf für sein Publikum zu Hause in den Staaten in Bildern bannte. Als Kriegskorrespondent zeichnete Thomas Nast im italienischen Freiheitskrieg auf Seiten der Truppen Guiseppe Garibaldis "Schnappschüsse" für die amerikanischen Leser. Nast ging zurück in die Staaten und heiratete. Er wurde von der "Harper's Weekly" angestellt, einer auflagenstarken Wochenillustrierten.

Im amerikanischen Bürgerkrieg engagierte er sich mit seinen Illustrationen für die Sache der Union. Abraham Lincoln bezeichnete ihn als den "besten Werbeträger der Union". Er wurde zu einem konsequenten Verfechter der Rechte der schwarzen Sklaven, der Indianer und der ethnischen Minderheiten in den USA. 1857 wurde aus dieser Monatsschrift eine illustrierte Wochenzeitung, die "Harper's Weekly". Diese Zeitung wurde zu einer der einflussreichsten Zeitungen Amerikas für die wirtschaftliche und politische Elite des Landes. "Harper's Weekly" sponserte und unterstützte zum Beispiel auch den Präsidentschaftswahlkampf Abraham Lincolns. Und diese Wiege amerikanischer demokratischer Publizistik wurde bald auch Heimat von Thomas Nast. Dort begann auch die eigentliche Karriere des Thomas Nast als Amerikas "Urvater aller politischen Karikatur".

:::Freiklick:::>   The Impeachment of Andrew Johnson

Thomas Nast stellte zum Beispiel den korrupten New Yorker Politiker Marcy Tweed mit seinen Zeichnungen derart bloß, dass dieser getobt haben soll: "Meine Anhänger und die Bürger hier können nicht richtig lesen, da macht mir das ganze Geschreibsel in den Zeitungen nichts aus, aber sie können Bilder schauen, und dieser Nast macht verdammt gefährliche Bilder." Tweed fürchtete sich nicht zu Unrecht. Jahre später konnte Tweed, der untergetaucht war, aufgrund einer Karikatur von Nast, die als Fahndungsfoto diente, erkannt und verhaftet werden.

Doch die Karriere des Kämpfers für Demokratie und amerikanische Minderheiten, der in seinen Karikaturen für "Harper's Weekly" auch die schlechte Behandlung der farbigen Bevölkerung, der chinesischen Einwanderer oder die Machenschaften eines aufkommenden Ku-Klux-Klans anprangerte, neigte sich in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts ihrem Ende entgegen. Auch, weil durch die Entwicklung der Fotografie Pressezeichner überflüssig wurden. Neue Methoden der Satztechnik erforderten eine andere Art und Weise des Karikierens. 1886 gab Thomas Nast, der Zeichner des Weihnachtsmannes, seine Tätigkeit bei "Harper's Weekly" auf. Er gründete noch ein eigenes Blatt, scheiterte aber.

:::Freiklick:::>   Thomas Nast - Cartoon Portfolio

Präsident Theodor Roosevelt wusste um die Verdienste des alten Veteranen, der auf Seiten der Union die politische Waffe der Karikatur eingesetzt hatte, und verschaffte ihm einen Posten als Generalkonsul der Vereinigten Staaten in Ecuador. Dort starb Thomas Nast am 7. Dezember 1902 in Guayaquil an Gelbfieber – einen Tag nach dem Fest des Heiligen Nikolaus.


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Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 6. Dezember 2009 )
 
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