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FreE-Book: Oskar Maria Graf - Vom Propheten zum Produzenten PDF Drucken E-Mail
Freihandbücherei - FreE Books
Oskar Maria Graf, Expressionismus, Volksschriftsteller, Bücherverbrennung, "Vom Propheten zum Produzenten." Oskar Maria Grafs Weg vom expressionistischen Vitalisten zum engagierten Volksschriftsteller - Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der geisteswissenschaftlichen Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz, vorgelegt von Erwin Kummer Graz 1995.
 
Ressource. Dissertationen sind leider viel zu selten genützte Quellen und im Web auch selten genutzt. Dabei war es eine 1957 eingereichte Dissertation an der University of Michigan mit dem Titel "The Works of Oskar Maria Graf as they reflect the intellectual and political currents of Bavaria, 1900 - 1945", welche die wissenschaftliche Welt Amerikas auf den deutschen Exilautor Graf aufmerksam machte und dadurch zur Verleihung der Ehrendoktorwürde der Wayne State University of Detroit/Michigan an Oskar Maria Graf 1960 beitrug. Die wissenschaftliche Rezeption der Werke Grafs begann also nicht in seiner Heimat, sondern in den USA.

Die frei herunterladbare vorliegende Dissertation ist nicht nur für das Verständnis von Werken und Entwicklung Oskar Maria Grafs bedeutungsvoll, nicht nur eine biografische und zeitgeschichtliche Fundgrube, sie könnte zur Gewalt-Diskussion und kulturellen Alternativen Exemplarisches und Erhellendes beitragen: So beschäftigt sich die Dissertation zuerst mit Grafs "Biographie des Lesens", um zu zeigen, welches Bild von einem Künstler er sich während der harten und brutalen Kindheit angeeignet hat. Kunst war für den Lehrling die Gegenwelt zur Brutalität seiner Umgebung. Die Dichter waren die Künder und Propheten einer besseren Welt.
:::Freiklick:::>   FreE-Book: "Vom Propheten zum Produzenten." pdf, 305 S., 8,47 MB, 2006        
Oskar Maria Grafs Weg vom expressionistischen Vitalisten zum engagierten Volksschriftsteller - Inaugural - Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der geisteswissenschaftlichen Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz vorgelegt von Erwin Kummer Graz 1995 
Für diese Dissertation über den bayrischen Volksschriftsteller Oskar Maria Graf ist Prof. Mag. Dr. Erwin Kummer mit dem Hugo-Kleinmayr-Förderungspreis für hervorragende Studienleistungen auf dem Gesamtgebiet der Germanistik ausgezeichnet worden. 
:::Freiklick:::>   Oskar-Maria-Graf-Gesellschaft eV
Oskar Maria Graf.    Er ist einer der wichtigsten bayerischen Schriftsteller. Oft wird er mit Ludwig Thoma in eine Reihe gestellt, da sie beide über das einfache Leben schrieben. Graf verschrieb sich einer antifaschistischen, humanistischen Lebenseinstellung, schloss sich der linken Arbeiterbewegung an und sparte seine Einstellung auch in seinen literarischen Werken nicht aus.

In der Auseinandersetzung mit den Institutionen des Dritten Reiches zeigte er sich als heimatverbundener Volksschriftsteller. Er beharrte auf Begriffen, die die Nazis normal für sich reklamierten. Den P.E.N.-Club versuchte er zu einer antifaschistischen Plattform zu verändern. Und sein Konzept des Volksschriftstellers wurde dadurch geadelt, dass er Repräsentant der deutschen Schriftsteller beim P.E.N.-Kongress 1938 in Prag wurde. Nach Meinung seiner Kollegen bildete Graf den lebenden Gegenbeweis zur Nazi-Propaganda von den volksfremden Intellektuellen im Exil. Zwei Tage nach der Bücherverbrennung, am 12. Mai 1933, veröffentlichte Graf diesen Artikel in der Wiener Arbeiterzeitung:
:::Freiklick:::>   Ges(ch)ichtspunkte: 8. März 1933              
Bereits am 8. März 1933 wurden auf dem Wettiner Platz in Dresden unter den Augen der Polizei von den Nationalsozialisten die ihnen verhassten Bücher verbrannt.  Am 11. Mai 1933 fordert die (österreichische!) Uni-versitätsbibliothek in Graz über die Deutsche Studentenschaft eine Liste sämtlicher "auszumerzender" Bücher aus Berlin an.

Verbrennt mich. "Wie fast alle links gerichteten, entschieden sozialistischen Geistigen in Deutschland, habe auch ich etliche Segnungen des neuen Regimes zu spüren bekommen: Während meiner zufälligen Abwesenheit aus München erschien die Polizei in meiner dortigen Wohnung, um mich zu verhaften. Sie beschlagnahmte einen großen Teil unwiederbringlicher Manuskripte, mühsam zusammengetragenes Quellenstudien-Material, meine sämtlichen Geschäftspapiere und einen großen Teil meiner Bücher. Das alles harrt nun der wahrscheinlichen Verbrennung.
Ich habe also mein Heim, meine Arbeit und - was am Schlimmsten ist - die heimatliche Erde verlassen müssen, um dem Konzentrationslager zu entgehen. Die schönste Überraschung aber ist mir erst jetzt zuteil geworden: Laut "Berliner Börsencourier" stehe ich auf der "weißen Autorenliste" des neuen Deutschlands, und alle meine Bücher, mit Ausnahme meines Hauptwerkes "Wir sind Gefangene", werden empfohlen: Ich bin also dazu berufen, einer der Exponenten des "neuen" deutschen Geistes zu sein!
Vergebens frage ich mich: Womit habe ich diese Schmach verdient? Das "Dritte Reich" hat fast das ganze deutsche Schrifttum von Bedeutung ausgestoßen, hat sich losgesagt von der wirklichen deutschen Dichtung, hat die größte Zahl seiner wesentlichsten Schriftsteller ins Exil gejagt und das Erscheinen ihrer Werke in Deutschland unmöglich gemacht.

Die Ahnungslosigkeit einiger wichtigtuerischer Konjunkturschreiber und der hemmungslose Vandalismus der augenblicklich herrschenden Gewalthaber versuchen all das, was von unserer Dichtung und Kunst Weltgeltung hat, auszurotten und den Begriff "deutsch" durch engstirnigsten Nationalismus zu ersetzen.
Ein Nationalismus, auf dessen Eingebung selbst die geringste freiheitliche Regung unterdrückt wird, ein Nationalismus, auf dessen Befehl alle meine aufrechten sozialistischen Freunde verfolgt, eingekerkert, gefoltert, ermordet oder aus Verzweiflung in den Freitod getrieben werden. Und die Vertreter dieses barbarischen Nationalismus, der mit Deutschsein nichts, aber auch rein gar nichts zu tun hat, unterstehen sich, mich als einen ihrer "Geistigen" zu beanspruchen, mich auf ihre so genannte "weiße Liste" zu setzen, die vor dem Weltgewissen nur eine schwarze Liste sein kann!
Diese Unehre habe ich nicht verdient! Nach meinem ganzen Leben und nach meinem ganzen Schreiben habe ich das Recht, zu verlangen, dass meine Bücher der reinen Flamme des Scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen Hände und die verdorbenen Hirne der braunen Mordbande gelangen. Verbrennt die Werke des deutschen Geistes! Er selber wird unauslöschlich sein wie eure Schmach! Alle anständigen Zeitungen werden um Abdruck dieses Protestes ersucht."
freihandbuch
Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 28. Dezember 2011 )
 
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