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Bibel in gerechter Sprache PDF Drucken E-Mail
Freilager - Religionen: Christen
Bibel in gerechter Sprache, Bibelübersetzung, Bibel, Protestanten, Evangelisch, Evangelikale, Katholiken, Orthodoxie, Juden, Schluss mit Antisemitismus und Frauenfeindlichkeit der Propheten und Apostel macht diese Bibelübersetzung. Sie wurde – ganz ohne amtskirchliche Indossierung – von TheologInnen aus dem Umkreis der feministischen Theologie und des christlich-jüdischen Dialogs erarbeitet. Nun formiert sich Kritik und konservativer Widerstand.
  

Schelte. Dass die Religionen zum Frieden winken und nicht zur allerseeligen Rechthaberei, ist der offenbare Hintergrund der Übersetzung. Sie hat allerdings auch schon Schelte bekommen und überzogene politisch-theologische Correctness wird ihr nachgesagt. Die AutorInnen verstehen ihr Werk allerdings als  "biblia semper reformanda" also als ein unabgeschlossenes Werk, das weiterhin der Revision, ja Reformation bedürfe. In dem fünfjährigen Bibelprojekt hatten 42 Theologinnen und zehn Theologen die Bibel neu übersetzt.  Die Kritik an der Übersetzung dürfte jene Christen an sich kaum treffen, die die Bibel wirklich für Gottes Wort halten und klingt gerade die von evangelikalen Kreisen in fundamentalistischen Tönen vorgetragene Kritik so, als würden sie die Bibel nur als Geschichtsbuch verstehen. Der protestantische Kirchensprecher Norbert Radzanowski nannte  in Verteidigung gegen diese Schelte die neue Übersetzung eines der "wichtigsten Bibelprojekte des deutschen Protestantismus". Sie sei aus der Praxis des Evangelischen Kirchentages hervorgegangen und somit auf breiter Basis erprobt. Bischöfin Wartenberg-Potter habe ihre theologischen Positionen zudem offen gelegt.
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Häresie und inquistorische Neupäpste. Dabei vergreift man sich in manchen, insbesondere evangelikalen Christenkreisen auch allzuleicht im Ton und der Beobachter frägt sich, wozu sich denn manche dieser Evangelikalen von den Amtskirchen abgewendet haben? So rief der Vorsitzende der Konferenz Bekennender Gemeinschaften, Pastor Ulrich Rüß (Hamburg) auf, sich übergemeindlich zusammenzuschließen, um "dem Pessimismus und dem Zeitgeist“ zu wehren. Spaltungen und unterschiedliche Ansichten in Stilfragen müssten in der evangelikalen Christenheit überwunden werden, um gemeinsam wirken zu können. Zudem sollten sich Kirchenmitglieder umgemeinden lassen, wenn in ihrer eigenen Gemeinde die Bibel "häretisch verfälscht" oder "Häresie in den Gemeinden geduldet und gefördert wird".
Rüß kritisierte mehrere Kirchenvertreter scharf für ihr Eintreten für die feministische Theologie und die "Bibel in gerechter Sprache". Wenn die Bischöfinnen Bärbel Wartenberg-Potter (Lübeck) und  Margot Käßmann (Hannover) sowie der hessen-nassauische Kirchenpräsident Peter Steinacker (Darmstadt) diese Bibelübertragung unterstützten, zeige das die geistliche Notlage der evangelischen Kirche. Rüß bezeichnete die "Bibel in gerechter Sprache" als "Irrlehre, die die Kirche gefährdet und spaltet".
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Übersetzungstheorie. Dass jede Übersetzung sich der gewachsenen Begrifflichkeit der Leser bedienen muss und jede Interpretation in den Verstehenshorizont ihres Adressaten hinein geschieht, erzwang schon von dem Kirchenvater Hieronymus mit der lateinischen Übersetzung (Vulgata) eine sprachliche Mobilität, derentwegen auch dieser von Fundamentalisten als Fälscher bezeichnet wird. Heidnischen Lesern erleichterte er den Zugang zur Bibel durch Herstellung eines genießbaren lateinischen Textes, wiewohl auch er davor gewarnt hatte, dass der Laie sich dabei einbilden könne, die Geheimnisse der Schrift auf eigene Faust zu erkunden und zu verstehen. Hieronymus ist zwar der erste antike Autor, der eine explizite Übersetzungstheorie entwickelt hat und doch gesteht er ein:
"Es ist schwierig, nicht irgend etwas einzubüßen, wenn man einem fremden Text Zeile für Zeile folgt, und es ist schwer zu erreichen, dass ein gelungener Ausdruck in einer anderen Sprache dieselbe Angemessenheit in der Übersetzung beibehält. Da ist etwas durch die besondere Bedeutung eines einzigen Wortes bezeichnet: in meiner Sprache habe ich aber keines, womit ich es ausdrücken könnte, und während ich den Sinn zu treffen suche, muss ich einen langen Umweg machen und lege kaum ein kurzes Wegstück zurück." (Hieronymus, Brief an Pammachius. Nach Stolze 1994: 16)

Hieronymus gab also zu, ja bekannte geradezu, dass er bei der Übersetzung griechischer Texte "nicht ein Wort durch das andere, sondern einen Sinn durch den anderen ausdrücke" und deutlich als Luther kann man Bibelübersetzung nicht erklären: Schaut dem "gemeinen Mann" aufs Maul!

Jahwe. Und überhaupt: Wie soll man eine "bibeltreue" Bibelübersetzung überhaupt schaffen, da man sich nicht einmal des richtigen Namens des Gottes sicher ist? Grund für die Unsicherheit: Hebräisch wurde bis ins frühe Mittelalter ohne Vokalzeichen geschrieben. Der Gottesname in der hebräischen Bibel - dem christlichen Alten Testament - setzt sich daher aus den Konsonanten Jod-He-Waw-He = JHWH zusammen. Wie dieses so genannte Tetragramm ausgesprochen wurde, geht aus der Abfolge der Konsonanten nicht hervor. Bisher glaubten Kirchenhistoriker, die Aussprache "Jahwe" aus griechischen und lateinischen Umschriften altkirchlicher Theologen rekonstruieren zu können. Als wichtigste Quelle für diese Aussprache wird eine Passage in dem Werk "Teppiche" (Stromateis) des Klemens von Alexandrien (gestorben um 220) herangezogen. Eine genaue Überprüfung der handschriftlichen Überlieferung zeigt jedoch, dass die griechische Wiedergabe des Tetragramms in den Handschriften uneinheitlich ist.
"Mehr noch", sagt  Professor Dr. Wolfram Kinzig von der Evangelisch Theologischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn: "Schon zur Zeit der Kirchenväter - der altkirchlichen Theologen - war alles andere als klar, wie der Gottesname überhaupt geschrieben wurde."  Konkurrierende Schreibweisen wie Jod-He=JH oder Jod-He-Waw=JHW (erhalten in Formeln wie "mein Stolz und Gesang ist Jah", in Zusammensetzungen wie "Hallelu-jah" oder in Namen wie "Netan-jah" und "Netan-jahu") sorgten für Verwirrung. Letztlich besteht also weder über die Schreibweise noch über die Aussprache dieser vier Buchstaben Einigkeit. "Dass der Name Gottes Jahwe ausgesprochen wurde, ist also alles andere als sicher", betont Professor Kinzig. Dennoch stehe der Verwendung von "Jahwe" zumindest aus christlicher Sicht nichts im Wege. "Wir müssen uns aber der Tatsache bewusst sein, dass wir die genaue Aussprache des Namens nicht kennen. Im jüdisch-christlichen Dialog sollten wir zudem aus Rücksicht auf den jüdischen Gesprächspartner darauf verzichten, den Gottesnamen in den Mund zu nehmen."

Zunftwiderstände. Auch wenn sich die "gerechte Sprache" etwas holprig liest und dem Leser mit historischem Kontextwissen sie schwer fällt zu akzeptieren, so ist gerade dies ihre Stärke, dass sie den historischen Kontext in die Übersetzung hineinnimmt und sie so heute verständlich macht. Denn allein um dieses dicke Buch zu lesen, bedarf es mehr als nur der Beherrschung des Alphabets und um gar historischen Kontext, Schlüssel und Symbole verstehen zu können, wäre gar weiter ein lebenslanges, nicht endenwollendes Studium erforderlich. Wäre dem nicht so, dann hätten nicht die Menschen auf dem Scheiterhaufen geendet, die behaupteten die Erde sei eine Kugel, steht doch in der Bibel dortselbst, dass die Erde rund ist. Und ein hebräischer Müllplatz hätte kaum mit Fegefeuer und Hölle übersetzt werden können.  Es ist mit der Bibelübersetzung wie mit der Rechtschreibreform: Die Kritik scheint am lautesten von den Zunftgesellen vorgetragen. Waren es da die Literaten und Redakteure, die nicht umlernen wollten, sind es hier diejenigen, die glauben bereits Autoritäten auf dem Gebiet der Bibelexegese zu sein.
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Ökomenischer, pragmatischer und volksnäher scheint man selbst schon in katholischen Kreisen zu sein. Jedenfalls war bei der 23. Bundesversammlung der KirchenVolksBewegunng in München 2008 die Bibel in gerechter Sprache kein Hindernis für den rechten Glauben: "Der Samstag wurde eingerahmt von einem Morgenimpuls der Theologin Luise Metzler ("Bibel in gerechter Sprache") zur Schöpfungsgeschichte".

eC


Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 28. Juni 2009 )
 
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