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Hitlers unentbehrlicher Vorarlberger Helfer PDF Drucken E-Mail
HEIMAT ist kein Ort. - Vorarlberg Reader
Hitler, Faschismus, Nationalsozialismus, Vorarlberg, Dr. Emil Gansser, Der Bregenzer Dr. Emil Gansser war einer der ältesten und aktivsten Helfer Adolf Hitlers. Er ist in Bregenz geboren, übersiedelte aber mit seinen Eltern nach Stuttgart. 1924 fand er, nachdem er den deutschen Reichspräsidenten Friedrich Ebert des Landesverrates bezichtigt hatte, Zuflucht bei der NS-Fabrikantenfamilie Faigle in Hard.
 

Siemens. Emil Gansser war schon sehr früh für Hitler in der Schweiz um dort Geldspenden für ihn auzutreiben. Er ist leitender Angestellter (Sprengstoffchemiker) beim Siemenskonzern in Stuttgart. Als aktivster und erfolgreichster Geldsammler im In- und Ausland für die junge und noch fast unbekannte NSDAP nützt er die weitverzweigten Auslandsbeziehungen von Siemens: Insbesondere in der Schweiz rekrutiert der umtriebige Gansser Millionenbeträge für die Faschistenpartei. Durch polizeiliche Ermittlungen ist beispielsweise zweifelsfrei im Jahre 1923 belegt, dass Gansser einmal 33.000 Schweizer Franken in die NSDAP-Kasse heimbrachte.
 
Belegt sind auch als von ihm "aufgerissene" Spender-Namen wie Borsig, Siemens, und der Malzkaffeefabrikant Richard Franck. Daneben arrangiert er im Frühjahr 1922 des "Proleten" Hitlers Auftritte im Berliner "Nationalklub" vor versammelter großindustrieller und bürgerlicher Prominenz. Gansser in einem Schreiben an einen weiteren Siemens-Nazi: "Wie kann die Masse des deutschen Volkes von der Roten Internationale auf den Boden des deutschen Volkstums zurückgeführt werden, oder wie schaffen wir einen deutschen Willensblock?"
:::Freiklick:::>   Auerbach, Hellmuth, Hitlers politische Lehrjahre und die Münchener Gesellschaft. 1919-1923,
in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte,1977/1
Antidemokrat. Im Juni 1922 rief der Emil Gansser dem deutschen Staatsoberhaupt Ebert auf dem Münchner Bahnhofsvorplatz "Landesverräter" zu. Ein solches Schlagwort kursierte schon seit einiger Zeit in der Presse. Der Vorwurf des Landesverrats stammte aus der Zeit, in der die Sozialdemokraten zu Reichsfeinden abgestempelt, ausgegrenzt und bekämpft worden waren. Konkret richtete sich der Vorwurf auf Friedrich Eberts Eintritt in die Streikleitung bei den Ausständen im Januar 1918. Ebert trat in einem vor dem Amtsgericht in München anhängigen Verfahren als Nebenkläger auf. Als das Gericht in München den Reichspräsidenten provokativ als Zeugen für den 7. Februar 1924 vorlud, beschloss Ebert auf das Anraten seines Rechtsanwaltes, den Strafantrag gegen Emil Gansser zurückzuziehen. Das brachte die antirepublikanische Hetzlawine erst richtig ins Rollen, denn der Rückzieher Eberts wurde kurzerhand in ein Eingeständnis der Schuld umgedeutet. Die Angelegenheit gipfelte in dem Urteil eines Magdeburger Gerichts: In seiner Urteilsbegründung stellte dieses fest, Ebert habe vom strafrechtlichen Standpunkt aus "durch seine Beteiligung an dem Berliner Massenstreik im Januar 1918" Landesverrat begangen. Jedem war es nun erlaubt, den Reichspräsidenten ungestraft als Landesverräter zu bezeichnen. Wer die Republik und ihre Vertreter hasste, fühlte sich durch dieses Urteil bestätigt. Das Magdeburger Urteil war politischer Rufmord. Friedrich Ebert war vom Ausgang dieses Prozesses tief getroffen. Er starb wenige Wochen nach diesem Urteil.
Albrecht, Niels H. M.
Titel :     Die Macht einer Verleumdungskampagne: Antidemokratische Agitationen der Presse und Justiz gegen die Weimarer Republik und ihren ersten Reichspräsidenten Friedrich Ebert vom 'Badebild' bis zum Magdeburger Prozeß


Korrupte Bagage. Hitler wusste Emil Gansser auch später zu helfen. Auf persönliche Anordnung Adolf Hitlers musste Bormann in der Zeit zwischen 28.3. und 15.4.1939 eine einmalige Unterstützung von 10.000 Reichsmark ausbezahlen um Ganssers dringendste Schulden und Mietzinsrückstände zu begleichen. Gleichzeitig wurden ihm aus der Amtskasse monatliche 600 Reichsmark an "Unterhaltszahlung" zur angemessenen Lebensführung gewährt. Die Unterstützung als "Ehrensold" war einkommenssteuerfrei und nicht pfändbar.

Findmittelbuch Deutsches Bundesarchiv: Pflegschaft und Nachlaßverwaltung Dr. Emil Gansser
Bemerkung: Sprengstoffchemiker bei Siemens & Halske, vermittelte Hitlers Vortrag vor dem Nationalen Klub 1919 e. V. in Berlin am 29. Mai 1922, 1937 - 1941 Krankenhausaufenthalt wegen Paralyse, 1941 gestorben

Enthält u.a.:
Zuschüsse zur Pflegschaft und zur Befriedigung der Gläubiger. - Nachruf von Lammers (Völkischer Beobachter Nr. 17 vom 17. Jan. 1941)
Unterlagen über Ganssers politische Tätigkeit 1922, dabei: Einladung zu Hitlers Vortrag (Fotokopie), Förderung dieses Vortrages durch den Siemens-Direktor Dr. Burhenne, Zeugnisse von Hitlers militärischen Vorgesetzten Oberstleutnant von Lünenschloß (Btl. Kdr. im Rgt. List) und Generalmajor Petz (Rgts-Kdr.) über Hitler als Regimentsordonnanz 1914 - 1916 
Hans Gansser. Sein Bruder Hans Gansser (geb. 1884), war Sachverständiger für Musik im Württembergischen Kultusministerium und ein schauriger Dichter von NS-Liedern. Er wird auch als Komponist des Hakenkreuzliedes von Kernstock zitiert  (Das Hakenkreuz -Lied Komponist: Hans Ganßer / Texter: Pfarrer Ottokar (Otto) Kernstock, Berliner Philharmoniker / Gesang: Gerhard Hüsch, 1933)
:::Freiklick:::>   Sturm, Sturm, Sturm   Deutschland erwache

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Letzte Aktualisierung ( Montag, 20. Juli 2009 )
 
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