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Spurensuche: Islam in der Bibel? PDF Drucken E-Mail
Freilager - Religionen: Christen
Islam in der BibelDass der Islam als solcher nicht in der Bibel oder Thora vorkommen kann liegt daran, dass dessen Gründung erst 622 Jahre n. Chr. liegt. Und doch liest man dort Erstaunliches: Ismael - dem Stammvater der Araber - waren vom biblischen jüdischen / christlichen Gott wie Israel und schon vor diesem zwölf Stämme versprochen.
 

Abraham, Ismael und Isaak. Wie Christen und Juden glauben auch Moslems nur an einen Schöpfergott. Obwohl sie auch Abraham als Stammvater haben, fangen  hier Unterschiede zum Juden- und Christentum an. So ist es nach islamischer Glaubenslehre meist nicht Isaak sondern Ismael, den Abraham für Gott opfern sollte, wiewohl der Koran diese Frage nicht "entscheidet".  Die Darstellung der beabsichtigten Opferung des Sohnes von Abraham ist im Koran auch "milder". Während Abraham nach der Bibel Isaak im Irrtum darüber lässt,  wer geopfert werden soll und sein Opfer gar noch selbst Brennholz für seinen Scheiterhaufen sammeln lässt, ist im Koran der Sohn eingeweiht, opfert sich selber. So wird auf diese Begebenheit das Opferfest Id al-Adha zurückgeführt, das im Wallfahrtsmonat Dhu l-Haddscha gefeiert wird. Auch das muslimische Heiligtum, die Kaaba wurde nach dem Glauben der Muslime von Abraham und Ismael (wieder)errichtet.

Bibel, (Marokko, 15. Jh.).
Bibel, Marokko, 15. Jahrhundert
 
Thora, Bibel und Koran. Und genau die Geschichte dieses Abrahamsohnes Ismael gilt es in der Bibel zu verfolgen. Tut man das, dann tun sich geradezu "neue Welten" auf.  Es gilt im Islam auch, dass Ismael (arabisch: Ismail), der Sohn Abrahams (arabisch: Ibrahim), der erste war, der Mekka zum ständigen Aufenthaltsort nahm, nachdem es für die Karawanen lediglich ein Lagerplatz und ein Markt für den Tauschhandel zwischen denen, die aus dem Süden der Halbinsel kamen, und denen, die es von ihrem Norden aus erreichten, gewesen war.  Grundmotiv der jüdischen (und damit auch alttestamentlichen) Abrahamgeschichte hingegen sind die Land- und Nachkommenverheißungen und der Bund mit Gott, dessen Zeichen die Beschneidung ist. Die Landverheißung hat ja ihre Folgen bis in die Politik der heutigen Tage.

Von der Abstammung her gesehen gilt Abraham noch nicht als der Ahnvater Israels schlechthin, denn er hatte wie auch Isaak noch Söhne, die nicht Erben der Verheißung waren. Erst Jakob (Israel) gilt darum als der eigentliche Ahnherr der zwölf Stämme Israels und ist mit der Verheißung damit ein nicht unbeachtliches Stück hinter der Verheißung Ismaels zurück, dem ebenfalls zwölf  (im heutigen und christlichen Verständnis: arabische?) Stämme vom Gott der Bibel versprochen sind. Und genau von diesem Ismail (arabisch) wird der Stammbaum des Propheten Muhammed abgeleitet und auch die christliche Bibel spricht in der Folge von dem Volk der "Ismaeliten" womit die Bibelkundigen bis heute gerne die "Araber" und Beduinen benennen..

Abraham (als ursprünglicher) Nichtjude (aus Mesopotamien, vielleicht Ur) , eigentlich der erste jüdische Proselyt, wurde auch von den Christen vereinnahmt. Vor allem Paulus wendet ihn in seinen (neutestamentarischen) Briefen gegen die Judenchristen (nicht wie in fundamentalistischer Propaganda gegen die Juden generell), die von den bekehrten Heiden die Anwendung des jüdischen "Gesetzes", das rituelle Leben nach der Thora, besonders aber die Beschneidung fordern. Aber schon das Neue Testament, beginnt im Evangelium nach Matthäus programmatisch mit der Abstammungslehre von Abraham (zitiert, wie alle folgenden Bibelstellen nach der Lutherbibel):
"(1) Dies ist das Buch von der Geschichte Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams. (2) Abraham zeugte Isaak. Isaak zeugte Jakob. Jakob zeugte Juda und seine Brüder. ... (17) Alle Glieder von Abraham bis zu David sind vierzehn Glieder. Von David bis zur babylonischen Gefangenschaft sind vierzehn Glieder. Von der babylonischen Gefangenschaft bis zu Christus sind vierzehn Glieder."
Der Koran äußert sich zum Streit zwischen Christen und Juden über Abraham eigentlich ganz vergleichbar dem Paulus im Römerbrief so:
(Sure 3:65)  "O Volk der Schrift, warum streitet ihr über Abraham, wo die Thora und das Evangelium erst NACH (Hervorhebung d.d.Verf.) ihm herabgesandt wurden? Wollt ihr denn nicht begreifen?"

Den Streit um Abraham hat der Koran sichtlich in ähnlicher Weise beantwortet wie es etwa Luther in seiner Vorrede zum Römerbrief (des Paulus) getan hat:
"Was hat denn Abraham mit seinen Werken getan? Ist es alles umsonst gewesen? Waren seine Werke nichts nutze ? Und schließt / Dass Abraham ohne alle Werke / allein durch den Glauben gerecht worden sei / So gar dass er auch VOR (Hervorhebung d.d. Verf.) dem Werk seiner Beschneidung durch die Schrift allein seines Glaubens halben gerecht gepriesen werde /".

Das Buch Genesis (Mose I.) Doch zurück zum Ismael des Alten Testamentes: Die hebräische Bibel hat zweifellos bedeutsame biografische wie theologische Aussagen über ihn gemacht, auch wenn sie schlussendlich der Linie des Abrahamsohnes Isaak und dann Jakob (Israel) folgt. Aber derselbe Gott der die Geschicke Israels lenkt, lenkt auch die Geschicke aller anderen Völker, hier im besonderen die der arabischen.  Und es ist das schier Unbegreifliche an diesem Buch, nicht nur dass es so viel weniger "Propaganda" in sich birgt, als es vielleicht das Buch des neuen Bundes, das Neue Testament tut, sondern dass es dort so "menschelt", dass die Heiligen ganz und gar nicht heilig sind. Wobei es vieler solcher menschelnden Geschichten dort zu lesen gäbe.

Gerade jetzt! Man soll und darf die Geschichte um Abraham, Isaak und Ismael in der Genesis lesen (11 ff). Gerade jetzt.  Es ist eine oft seltsam und orientalisch fremd anmutende, häufig aber wieder eine der eigenen Lebenserfahrung so nahe.  Die Verheißungen des biblischen Gottes an Abraham für Israel erfüllen sich erst nach einem Linsengericht, Erbschleicherei und Betrug durch den Isaak-Sohn Jakob an Esau und die Realisierung der Verheißungen für Ismael zeigen  tagtägliche menschliche Erfahrungen, von Neid, Verdruß, Stolz, von Aus- und Verstoß. Trotz allen menschlichen Plänen der handelnden Personen lässt es aber der biblische Gott nicht zu und unterstellt Abrahams erstgebornen Sohn Ismael seinem höchstpersönlichen Schutz, ja er privilegisiert ihn geradezu. Dieses Thora-/Bibelwissen wird allerdings nicht nur durch die tägliche politische Praxis sich christlich zierender Politik unterschlagen.
Privilegien. Es sind im Kern vier Feststellungen in der Genesis, die Ismael religionstheoretisch auch für Christen und Juden so wertvoll machen müssten:

1. Ismael ist Abrahams erstgeborener Sohn,
2. Ismael wird noch vor Isaak am gleichen Tage wie Abraham zum Zeichen des Bundes mit Gott beschnitten, ist damit nach Abraham erster Bündnispartner Gottes und
3. nicht nur Isaak wird vor der Opferung durch den biblischen Gott gerettet, sondern auch Ismael und zwar gar zweimal: zuerst als die von Abraham schwangere Magd Hagar vor den Demütigungen durch dessen Frau Sara(i) in die Wüste floh und dann als nach dem Wunsch von Sara  Abraham deren Magd (Sklavin) Hagar mit seinem erstgeborenen Sohn Ismael in die Wüste verstießen.
4. aber gleicht die Verheißung des Gottes der Bibel an Ismael nicht nur beinahe wortgleich der an Israel. Vergleiche:

4.1 "Und der Engel des HERRN sprach zu ihr [Anm. d.d.Verf.: Hagar]: "Ich will deine Nachkommen so mehren, dass sie der großen Menge wegen nicht gezählt werden können." Gen. 16,10;

4.2 "Und der Engel des HERRN rief Abraham abermals vom Himmel her und sprach: … will ich dein Geschlecht segnen und mehren wie die Sterne am Himmel ... Gen. 22,15)

4.3 Er verspricht auch ausdrücklich zwölf (!) Stämme, ganz identisch und lange vor den zwölf Stämmen/Söhnen Jakobs (Israels): "Und für Ismael habe ich dich auch erhört. Siehe, ich habe ihn gesegnet und will ihn fruchtbar machen und über alle Maßen mehren. Zwölf Fürsten wird er zeugen, und ich will ihn zum großen Volk machen. (Genesis 17,10)"

Man beachte auch einmal nur am Rande die feinen Zwischentöne im Alten Testament, wie "fürsorglich" Abraham seine Magd Hagar "verstößt", welchen Schmerz es ihm bereitet:
Einheitsübersetzung (Gen 21,13 ff): "Gott sprach aber zu Abraham: Sei wegen des Knaben und deiner Magd nicht verdrossen! Hör auf alles, was dir Sara sagt! Denn nach Isaak sollen deine Nachkommen benannt werden.  Aber auch den Sohn der Magd will ich zu einem großen Volk machen, weil auch er dein Nachkomme ist.  Am Morgen stand Abraham auf, nahm Brot und einen Schlauch mit Wasser, übergab beides Hagar, legte es ihr auf die Schulter, übergab ihr das Kind und entließ sie."
Ismaeliter. Wie wichtig Ismael und seine Nachfahren (Ismaeliter, d.s. in der hebräischen Bibel Wüstenbewohner, also Beduinen; das Wort Araber gab es noch nicht) auch der jüdischen/christlichen Bibel bleiben, zeigen weitere Bibelstellen. So wird ausdrücklich erwähnt, dass beim Tode Abrahams seine Söhne Isaak und Ismael ihn begruben! Seine weiteren Söhne  aus zweiter Ehe hatte Abraham jedoch schon zu Lebzeiten fortgeschickt, weit gegen Osten, damit sie Isaak (und damit auch Ismael) nicht zur Gefahr werden konnten. Und Isaaks Sohn Esau, der um ein Linsengericht sein Erstgeburtsrecht verkaufte und der von Jakob (später Israel) um den Segen Isaaks betrogen wurde, nahm sich eine Tochter Ismaels, nämlich Mahalat zur  weiteren Frau!

 
Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 21. Oktober 2008 )
 
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